Nationalpark Zernez – Wanderung, 11. / 12. Juli 2015

Am RhB - Bahnhof warteten der hörende BWL-Führer Roman Gross aus Zernez und der Bergsportleiter Hanspeter Mueller auf die ankommenden Bahn-Reisenden und auf eine bergsportliche und aktive Dolmetscherin. Wir begrüssten alle freundlich. Danach gingen wir zum Nationalpark-Museum, zum offiziellen Treffpunkt. Dort warteten fünfzehn aufgestellte Teilnehmer/innen aus der ganzer Schweiz. Das Wetter war wunderschön.


Wir wanderten gemütlich im grössten Nationalpark der Schweiz und stiegen den Berg hinauf. Der BWL-Führer Roman Gross erzählte uns vieles zu verschiedenen Themen: Wir erfuhren etwas über die Nationalpark-Gründung im 1914, über natürliche Wald-Arten sowie auch einiges über Ameisenhaufen. Immer wieder machte er uns auf besondere Sachen in der Natur aufmerksam. Als wir an einem bestimmten Plätzchen angekommen waren, hatten wir eine wunderschöne Bergaussicht. Wir machten ein kleines Picknick und eine Teepause. Danach liefen wir auf einem schmalen Pfad weiter. Bei unserer nächsten Pause durften wir durch ein schweres und kostbares Fernrohr schauen, das unser BWL-Führer mitgenommen hat. Das Gerät war etwa 8 kg schwer. Wir beobachteten erstaunt und interessiert die jungen Gämse und die Hirschkühe. Immer wieder versteckten sie sich. Geduldig mussten wir warten und oft brauchte es viel Zeit, bis wir das Fernrohr scharf eingestellt hatten. Aber es lohnte sich, denn mehrmals kamen sie wieder zum Vorschein. Roman Gross kennt sich in der Bergwelt bestens aus und wir waren froh, dass er uns begleitet hat.


Schliesslich marschierten wir hinunter zum unten liegenden Tal, wo sich die ehemalige Jägerhütte „Chamana Cluozza“ auf 1882 m. ü. M. befindet. Wir mussten vorsichtig den Pfad hinunterlaufen und schafften es über die Wildbach-Brücke. Als wir die Berghütte erreichten hatten, waren wir am Tagesziel angelangt. Wir genossen alle ein durstlöschendes Getränk. Roman Gross stellte das Fernrohr wieder auf und wir konnten ein weiteres Mal mit dem Fernrohr auf den gegenüberliegenden Berghängen verschiedene Wildtiere beobachten. Wir bekamen sogar ein Theorie-Stündchen über Hirsche, Gämse und den Steinbock und erfuhren dabei einiges über das Geweih der Tiere. Wir staunten darüber, was es alles gibt. Anschliessend assen wir das grosszügige und feine Abendessen. Das fröhliche und nette Ehepaar Marlies und Jürg Martig hat uns mit uns mit ihrer Fröhlichkeit angesteckt und wir haben uns sehr amüsiert. Einen herzlichen Dank den beiden! Uhh, wir mussten dann aber die Bettruhe um 22.00 Uhr akzeptieren.


Am Sonntagmorgen standen wir schon um 6.15 Uhr auf und assen Frühstück. Alle von uns fühlten sich frisch und munter. Es war abgemacht, dass wir um 8.00 Uhr losmarschieren wollten. Weil aber alle schon früher bereit waren und gespannt und neugierig auf den bevorstehenden Tag waren, wanderten wir eine halbe Stunde früher los. Der Morgenhimmel war sehr hell. Wir stiegen über einen noch steileren Pfad in die Höhe. Nach zweieinhalb Stunden schafften wir es auf den Pass „Murter“ (2545 m. ü. M). Auf dem Weg nach oben sahen wir viele dicke und kräftige Murmeltiere. Auf dem Pass machten wir eine Stunde Pause und waren beeindruckt von den vielen Hirschen, Hirschkühen und Gämsen, die wir sehen konnten – und zwar mit dem Fernrohr. Wie die Verrückten machten wir unzählige Fotos. Wir genossen es auf dem Pass sehr und bewunderten rundherum die schönen Berge. Gerade als wir wieder nach unten marschieren wollten, sahen wir einen Bartgeier-Adler mit dem weissen Halskranz. Er war eindrücklich gross und auch etwas seltsam. Wir hatten wirklich Glück, diesen Adler zu sehen. Denn dies kommt nicht jeden Tag vor. Um die Mittagszeit spürten wir, dass es langsam heiss wurde. Gut, wir wanderten dann zum anderen Tal und bis zum „Ofenpass“ hinunter. Wir alle liefen gemeinsam schön und brav. Es war sehr wichtig, immer auf den Pfad zu schauen. Es war nicht erlaubt, einfach auf einer Weide herumzulaufen, weil wir uns in einem geschützten Nationalpark befanden. Roman Gross hatte uns prima und entspannt mit gutem Marsch-Rhythmus geführt. Wieder überbrückten wir eine leicht wackelnde Holzbrücke; darunter befand sich eine tiefe Bachschlucht. Es war eine berauschende Sicht. Nach einer halben Stunde mussten wir wieder hochsteigen, damit wir die Postauto-Haltestelle „Vallun Chafuol“ erreichten.


Wir haben es geschafft! Das einzige, was wir leider nicht gesehen haben, war ein Steinbock. Trotzdem waren wir alle sehr glücklich und zufrieden. Dann kam das Postauto und wir konnten einsteigen. Wir fuhren zurück zum Museum, wo wir uns am Tag zuvor getroffen hatten. Alle haben sich bedankt und verabschiedet und fuhren glücklich und müde nach Hause.


Ganz herzlichen und grossen Dank an den fleissigen und super besorgten BWL-Führer Roman Gross und auch danke vielmals an die Dolmetscherin Barbara Bucher, die immer im vollen Einsatz war. Zuletzt dankt der Bündner Gehörlosenverein, BGV, dem SGSV-FSSS für seine Unterstützung.


Die aktiven Teilnehmer hatten ein wunderschönes Wochenende gehabt und sagten: „Hoffentlich gibt es wieder eine Wandertage-Tour?!“


Erfasst, 14. Juli 2015 - hpm